Klebeband auf dem Boden macht eine Inselgröße sichtbar, ersetzt aber noch keine Bewegungsprüfung. Stellen Sie zusätzlich Stühle oder Kartons an die geplanten Kanten und markieren Sie die Tiefe geöffneter Auszüge. Dann gehen zwei Personen ihre üblichen Wege: vom Kühlschrank zur Spüle, vom Kochfeld zum Tisch und vom Eingang zur Terrassentür.
Die Probe wird zu verschiedenen Tageszeiten wiederholt. Morgens zählt der schnelle Zugriff auf Getränke und Geschirr, abends vielleicht gemeinsames Vorbereiten. Ein Abstand kann für eine Person großzügig wirken und bei geöffnetem Geschirrspüler vollständig verschwinden. Diese Situationen werden fotografiert und später mit dem maßstäblichen Entwurf abgeglichen.
Auch die Sitzkante braucht einen echten Test. Ein Hocker benötigt nicht nur Stellfläche, sondern Raum zum Zurückrücken und Aufstehen. Liegt dahinter ein Hauptweg, addieren sich beide Bewegungen. Wird es knapp, kann eine kurze Sitzkante an der Stirnseite besser funktionieren als mehrere Plätze entlang der Arbeitsseite.
Die Maßbandprobe liefert keine verbindlichen Baumaße. Sie ist ein früher Filter, der ungeeignete Wunschgrößen sichtbar macht. Das abschließende Maß entsteht aus fachlichem Aufmaß, Möbel- und Gerätetiefen sowie der konkreten Nutzung aller angrenzenden Bereiche.